DAS EVANGELIUM NACH JUDAS / DAS JUDASEVANGELIUM
Meinungen rund um das Judasevangelium - von Agnus D. / anno domini 2006
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Judas der engste Vertraute Jesu
Judas hilft Jesus den Willen des Vaters zu erfüllen
Vom Judas-Text hat um 180 der Lyoner Bischof Irenäus berichtet
Vorausgesetzt wird hier, dass man den Judas-Text schon einmal gelesen hat, ihn also kennt, und das entweder aus den Printmedien oder aber über die Datei auf seinem Rechner. Für all diejenigen, welche sich zum ersten Mal mit dem Text und seiner Deutung befassen möchten, und ihn noch nicht greifbar parat haben, die können sich den Text über den nachstehenden Link herunterladen:
Diese Textfassung basiert nicht auf dem koptischen Originaltext, sondern auf dessen englischer Übersetzung durch Rodolphe Kasser und Marvin Meyer sowie Gregor Wurst. Die deutsche Übersetzung wurde von Bernhard Siebert geleistet. Hinsichtlich der offenbaren generellen inhaltlichen Leere des Textes ist diese Übersetzung vollauf genügend.
DAS JUDASEVANGELIUM IN DER PRESSE
Die Kritik am Judastext entzündet sich hauptsächlich an der offenbaren Substanzlosigkeit des Verfassten. So gibt es nur sehr wenige Passagen, welche als aussagekräftig zu bewerten sind. Davon kann sich jeder bei der Befassung mit dem Text selbst überzeugen. Die durchgängigen Trivialitäten bzw. Belanglosigkeiten werden diejenigen enttäuschen, die sich mehr vom Text erhofft und erwartet haben.
Ein dpa/da-Bericht kommentiert das ganze Drumherum wie folgt:
Können wir endlich lesen, wovon schon Irenäus im 2.Jahrhundert wusste? Haben Wissenschaftler etwa wirklich das Judas-Evangelium in ihren Händen? So schildert es die Verratsgeschichte von Gethsemane und die Rolle des Judas dabei völlig neu. Judas war mitnichten ein Verräter. Dies ist die Kernaussage des Judas-Evangeliums. Es handelt sich um ein Manuskript aus dem 3./4. Jahrhundert, welches restauriert und aus dem Koptischen übersetzt wurde, teilten Bibelwissenschaftler und der Sponsor, das Magazin „National Geographie", mit. Der Text sei eine ganz aufregende Entdeckung. Dem Manuskript zufolge bat Jesus seinen Jünger Judas, ihn an die Römer auszuliefern, um den Willen Gottes zu erfüllen. Durch diesen Auftrag erscheine der vermeintliche Schurke in neuem Licht.
Der Kodex - ein gebundener Text - wurde den Angaben zufolge in den 1970er Jahren in Ägypten entdeckt, und von dort gelangte zur Schweizer Maecenas-Stiftung. Tests hätten die Echtheit des Manuskripts bestätigt, das zwischen 220 und 340 entstanden sei, hieß es. Der Bibel zufolge starb Jesus Christus am Kreuz, nachdem Judas ihn im Garten Gethsemane für 30 Silberlinge verraten hatte. Im Judas-Evangelium heißt es dagegen, dass Judas der Einzige sei, der Jesus versteht. Er wird von ihm eingeweiht und beauftragt, ihm den letzten Dienst zu erweisen.
Nach Meinung des Augsburger Religionswissenschaftlers Gregor Wurst, welcher an der Übersetzung beteiligt war, wollte der Verfasser des Judas-Evangeliums provozieren: „Er suchte die Herausforderung mit den Anderen in einer Diskussion um die richtige Jesus-Überlieferung." Denn die Zusammenstellung all dessen, was dann als rechtgläubiges Schrifttum anerkannt und was als Irrlehre verworfen wurde, war im 2. Jahrhundert, in dem das Judas-Evangelium wahrscheinlich entstand, noch lange nicht abgeschlossen. Der Kirchengeschichtler Hans van Oort (Nimwegen) sagte, der Text sei authentisch. Auch werde das in der Bibel gebrauchte griechische Wort für „aushändigen" lediglich in Verbindung mit Judas mit „verraten" übersetzt. „Wenn man das Judas-Evangelium liest, versteht man, dass dies nicht aufrecht zu erhalten ist", sagt Oort.
Bibelwissenschaftler Thomas Söding hält das Judas-Evangelium religionsgeschichtlich für interessant, aber nicht für sensationell. „Der Text vermittelt keine neuen historischen Einsichten", sagte der Wuppertaler Professor. Der Text zeige nur „eine Facette der Frömmigkeit innerhalb der Bewegung der Gnosis" (Erkenntnis der Heilswahrheit). Der Schwachpunkt sei die Fundgeschichte, meinte Söding. Es sei nicht klar, woher das Dokument ursprünglich stamme. Sollten die Analysen stimmen und das Dokument im 3./4. Jahrhundert entstanden sein, wäre es naheliegend, dass es sich um eine koptische Übersetzung des ursprünglich vermutlich in Griechisch verfassten Judas-Evangeliums handle. Über dieses habe bereits der Lyoner Bischof Irenäus um 180 berichtet. „Das, Besondere wäre aber, wenn jetzt der Text erstmals wirklich vorliegt."Das Besondere am ganzen Text wäre ergo nur das Vorliegen des Textes als solcher, indem man eben bislang nicht wusste, ob und in wie weit die Legende von diesem Text auf Tatsächlichkeit beruht.
DAS JUDASEVANGELIUM IN DER KIRCHLICHEN KRITIK
Dieter Bauer ist Leiter der Bibelpastoralen Arbeitsstelle des Schweizerischen Katholischen Bibelwerks in Zürich und er schreibt gemäß seiner im Internet erhältlichen Datei zitatweise zum Thema folgendes:
Einen „Jahrtausend-Fund“ bezeichnete die Zeitschrift „Focus“ im letzten Jahr die angekündigte Veröffentlichung eines Papyruskodex aus dem vierten Jahrhundert. Er enthält ein „Evangelium des Jünger Judas“. Es erscheint schon als bemerkenswert: Da erobern ein paar Papyrusblätter mit religiösem Inhalt, gefunden im ägyptischen Wüstensand, die Titelseite eines profanen Magazins.
Die Tatsache, dass religiöse Themen zu den großen christlichen Feiertagen immer Hochkonjunktur im Blätterwald haben, reicht als Erklärung trotzdem nicht aus. Es hängt offensichtlich mit dem Namen „Judas“ zusammen, welcher ja auch in einer säkularen Welt noch immer genügend Brisanz in sich birgt, um die Aufmerksamkeit einer größeren Öffentlichkeit zu erregen.
Was hat es denn mit diesem Papyrusfund auf sich? Zunächst einmal: So neu, wie der „Focus“ suggeriert, war die Entdeckung nun auch wieder nicht. Bereits seit den 80er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts wusste man von der Existenz dieses Papyrusfundes bei Al-Minja in Mittelägypten. Dubiose Kunsthändler hatten ihn zuerst in Kairo zum Kauf angeboten, ihn dann illegal aus dem Land geschmuggelt und für eine Summe von mehreren Millionen Dollar zunächst in Genf, und dann in New York an den Mann zu bringen versucht. Im Jahre 2002 war dieser Papyrusfund schließlich in den Besitz der schweizerischen Maecenas-Stiftung gelangt, die den angesehenen Genfer Koptologen Rodolphe Kasser mit einer Untersuchung und Übersetzung der Schrift beauftragte. Kasser war es dann auch, der im Juli 2004 auf einem internationalen Kongress in Paris ein Referat zu diesem Fund hielt, und ihn damit einer breiteren Öffentlichkeit bekannt machte: Es handelt sich um einen Papyruskodex aus dem 4. oder 5. Jahrhundert, der aus 31 beidseitig beschriebenen Blättern in koptischer Sprache besteht. Im Ganzen enthält er drei verschiedene Werke: einen (apokryphen) „Brief des Petrus an Philippus“, sowie eine „Apokalypse des Jakobus“ und eben das besagte „Evangelium des Judas“, das etwa die Hälfte der Handschrift umfasst. Während die zwei anderen Texte inhaltlich bereits in Varianten aus dem berühmten Handschriftenfund von Nag Hammadi bekannt waren, ist das „Evangelium des Judas“ wirklich eine Neuentdeckung.
Andererseits: Dass es ein solches „Evangelium des Judas“ geben muss, war längst vorher bekannt, auch wenn man es bisher noch nicht gefunden hatte. Bereits der Kirchenvater Irenäus von Lyon hatte auf seine Existenz hingewiesen. Irenäus warnte nämlich in seinem Werk „Gegen die Häresien“ (um 180) im Zusammenhang mit der Häresie der Kainiten vor dem „Evangelium des Judas“, weil es die Rolle des Judas als positiv für die Heilsgeschichte darstelle. Danach habe Judas allein „die Wahrheit gekannt und das Geheimnis des Verrats vollendet; er habe alles Irdische und Himmlische getrennt“ (I 31,1). Aus jenem Zeugnis des Irenäus, der das „Evangelium des Judas“ bereits um 180 in Gallien vorfand, kann man dann erschließen, dass die Urschrift des „Evangeliums des Judas“ wohl bereits um 150 entstanden sein muss, wahrscheinlich in Griechisch.
Was man bisher über den Inhalt weiß:
Man kann sich vorstellen, dass die Restaurierung, Übersetzung und Publikation dieses neu entdeckten „Evangeliums des Judas“ mit erheblichen Kosten verbunden ist. Inzwischen hat sich die bekannte „National Geographic Society“ als Sponsor der ganzen Angelegenheit angenommen und möchte das „Evangelium des Judas“ in einem „National Geographic“-Artikel zu Ostern 2006, in einem Film sowie einer späteren dreibändigen wissenschaftlichen Ausgabe exklusiv der Öffentlichkeit präsentieren. Dieser Streit um Exklusivrechte erklärt auch die bisherige Geheimhaltung des Inhalts des „Evangeliums des Judas“. Trotzdem kursieren bereits seit einiger Zeit Informationen und Fotos von manchen Papyrusseiten im Internet. Besonders interessant ist natürlich die letzte Seite des Manuskripts, auf der sich auch der Titel der Schrift befindet:
[Sie] beobachteten genau, wie sie ihn festnehmen könnten, [...] weil sie das Volk fürchteten. Wir sagten: „Er ist ganz in ihren Händen wie prophezeit.“ Und sie näherten sich dem Judas. Sie sagten zu ihm: „Obwohl du böse bist an diesem Ort, bist du der wahre Jünger von Jesus.“ Und er antwortete ihnen ihrem Wunsch entsprechend. Und Judas nahm einiges Geld und lieferte (ihn) an sie aus.
Was hier sofort auffällt, ist die positive Bewertung des Judas, der als „wahrer Jünger von Jesus“ bezeichnet wird. Das erinnert an die Erwähnung der Hochschätzung des Judas durch die Häresie der Kainiten bei Irenäus.
Das Umfeld des „Evangeliums des Judas“
Auch wenn es für eine letzte Bewertung noch zu früh ist, scheint jetzt schon relativ klar zu sein, dass das „Evangelium des Judas“ wie auch die beiden anderen zu diesem Kodex gehörenden Schriften in den Umkreis der so genannten gnostischen Schriften gehört.
Apokryphe Schriften und die Gnosis
Nicht alle in der Frühzeit der Christenheit entstandenen Evangelien, Apostelgeschichten oder Apostelbriefe kamen in das Neue Testament. Die auf diese Weise ausgeschlossenen und apokryph (= „verborgen“) gewordenen Schriften wurden jedoch in bestimmten „randkirchlichen“ Kreisen weiter überliefert – und teilten deren Schicksal. Ihre Inhalte waren lange Jahre nur noch aus Schriften ihrer „großkirchlichen“ Gegner bekannt, die sie als häretisch bekämpften. Um so wichtiger und sensationeller waren deshalb z. B. die Papyrusfunde von Nag Hammadi in Mittelägypten, wo vor 60 Jahren mit 46 Büchern quasi eine ganze „Bibliothek“ solcher Schriften ausgegraben wurde. Alle diese Texte – am bekanntesten dürfte das „Thomasevangelium“ sein – sind im Umfeld der gnostischen Häresie angesiedelt. Bei der Gnosis handelt es sich um eine Weltanschauung, welche um die Zeitenwende eine Welt- und Daseinsdeutung von erheblicher Attraktivität für die antike Welt anbot. Schon der Name Gnosis (= „Wissen, Erkenntnis“) deutet in eine esoterische Richtung. Die Gnostiker waren davon überzeugt gewesen, die Zusammenhänge dieser Welt durch ein nur ihnen zugängliches „Wissen“ deuten zu können. Dazu gehörte eine dualistische Weltsicht, welche die Realität der „Welt“ oft abwertete, im Gegensatz zu einer himmlischen Welt der „Erkenntnis“. Mythologisch gingen Gnostiker von einer verunglückten Schöpfung aus, welcher es sich auf dem Pfad der „Erkenntnis“ zu entziehen galt. Nur wer diese „Erkenntnis“ besaß, der hatte so den „göttlichen Lichtfunken“ in sich entdeckt, und er konnte im Wissen darum seine eigentliche göttliche Bestimmung leben. Oftmals ging dies einher mit einer starken „Leibfeindlichkeit“, weil ja dieser „weltliche“ Leib erst von seinem irdischen Gefängnis „erlöst“ sowie in eine höhere Wirklichkeit aufgehoben werden sollte.
Diese – für viele Menschen bis heute attraktive – Weltanschauung hatte auch bald innerhalb des frühen Christentums ihre treuen Anhänger. So wissen wir davon durch die Auseinandersetzungen der Kirchenväter und frühen christlichen Schriftsteller mit der Gnosis, die die Gefahren dieser „Häresie“ klar erkannten: Die Abwertung des Schöpfers führte oft gleichzeitig zu einer Abwertung des biblischen Gottes und damit des Alten Testaments. Und die Abwertung des „Fleisches“ führte da zu einer Leibfeindlichkeit, welche in letzter Konsequenz auch das Menschsein Jesu nicht mehr ernst nahm, sondern sich seinen sterblichen Leib nur als eine Art „Gewand“ oder „Scheinleib“ vorstellen konnte, in welchem der eigentliche Gottessohn einherging.
Schriftfunde wie die des „Evangelium des Judas“ erweitern auf jeden Fall unser Wissen über die Gnostiker aus den Originalquellen und nicht nur aus Schriften ihrer Gegner. Dieses „Evangelium des Judas“ scheint dabei zu bestätigen, dass es durchaus jene von den Kirchenvätern beschriebenen gnostischen Gruppen gab, welche sich mit Gestalten identifizierten, die in der Bibel eher in schwarzen Farben gezeichnet werden wie Kain oder Judas. Über Motive und Intentionen einer Identifizierung mit solchen biblischen Figuren kann man allerdings nur spekulieren – wie es ja (nicht nur christliche) Schriftsteller im Lauf der Zeit immer wieder getan haben.
DAS JUDASEVANGELIUM IM LICHTE JESU
Wir können hier die vorstehende Kirchenkritik am Judastext nicht ganz nachvollziehen. Denn da wird sozusagen das Kind zusammen mit dem Bad ausgeschüttet. Nachvollziehbar ist hierbei ganz sicher jene von der Kirche zutreffend erkannte inhaltliche Leere des Textes, welche quasi durch eine Art malerisches Beiwerk erzeugt wird. Die knappe Kernaussage des Textes, dass Judas treuer Jünger Jesu gewesen war, und Jesus bei seiner von ihm herbeigeführten Selbstopferung tatkräftig zu unterstützen hatte, und dies auch im NT seine Grundlage hat, das wird von der Kirche schlichtweg ignoriert. Statt dessen begibt man sich in eine pauschale Abweisung allen gnostischen Schrifttums, ohne hierbei zwingend erforderliche Differenzierungen vorzunehmen. Denn Gnosis hat ihren nachweislichen Ursprung in der Verkündigung Jesu, was den Ansatzpunkt für alle später erfolgenden Verzerrungen und Häresien dessen bildete.
Doch zurück zur Kernaussage des Judastextes, der wir uns mit den allgemein bekannten Überlieferungen bei den vier neutestamentlichen Evangelisten näher widmen werden. Die Frage ist also, welcher inhaltliche Zusammenhang die These von "Judas als treuem Jünger des Herrn" stützt, oder sie schon mit beinhaltet. Dazu tragen wir am besten sich aus den Inhalten herleitende eigene Feststellungen vor, anhand derer sich jeder Leser nach Belieben ein eigenes Bild für eine persönliche Meinung machen kann.
1. Feststellung:
Judas war bei Jesus Kassenwart. Die gemeinsame Kasse wird regelmäßig nur demjenigen anvertraut, der dafür am geeignetsten erscheint. Das ist bei der Person anzunehmen, welche als am ehrlichsten und würdigsten gilt. Dass sich Jesus bei der Auswahl seiner Jünger aber insbesondere im Hinblick auf seinen Kassenverwalter getäuscht haben sollte, steht seiner direkten Inspiration durch den Heiligen Geist entgegen. Jesus beherrschte kraft seines Seins und seiner Fähigkeiten die Szene insgesamt und vollkommen. Für einen Verrat, der mit etwas Geld belohnt wird, fehlt bei einem Kassenverwalter zudem noch das Motiv. Da hätte sich Judas mit der gemeinsamen Kasse - für ihn wesentlich leichter und unproblematischer - schon früher auf und davonmachen können.
2. Feststellung:
Für Jesus galt es den Willen des Vaters zu erfüllen, den er in beständig umfassender Selbst- und Weltwahrnehmung zu erkennen bekam. Da war in erster Linie die Schrifterfüllung zu beachten, als ja darin bereits schon der Wille des Vaters eingegossen und vorgegeben war. Das betraf die alttestamentlichen Ausführungen bei den Propheten über den geschlagenen und geopferten Knecht Gottes. Die allgemeine Verständnislosigkeit bei den Juden, wer und was Jesus darstellte, gepaart mit dem israelischen Missbehagen gegenüber einer Art pharaonischem Universal-Anspruch, führte effektiv zu Kritik an Jesus und stand damit einem Glauben an ihn entgegen. Für Jesus gab es angesichts einer solchen Vertracktheit - gleichfalls als Wille des alles bewirkenden Vaters erkennbar - quasi nur noch die Ausführung der "Ultima Ratio" bzw. die totale Selbstopferung mit dem Tod am Kreuz durch den Henker. Mit anschließender alle bisherige Selbst- und Weltverständnis sprengenden Wiederauferstehung aus dem Grab und Himmelfahrt wäre der bis dahin unmöglich gewesene Glauben dann möglich geworden, und damit das Werk des Vaters vollendet.
3. Feststellung:
Aus der vorgenannten sowie den entsprechenden Bibelversen zu entnehmenden Feststellung lässt sich ohne weiteres ableiten, dass Judas wegen seiner Vertrauensstellung und seiner damit gegebenen Nähe zu Jesus der einzige in Frage kommende Jünger Jesu für ein Hilfestellung gebendes Erfüllungsmanagement gewesen sein muss. Denn Jesus musste sichergehen, dass die Dinge sich genau so entwickeln würden, wie er sie für seine Schriftenerfüllung brauchte. So was geht regelmäßig nicht durch passives Verharren und Abwarten, sondern nur durch eine aktive Lenkung und "In die Wegeleitung", wie sie Jesus ja schon mit der Tempelreinigung beispielhaft vollzogen hatte. Für seinen kurzfristigen Hinrichtungstod wurde eben ein sehr zorniger Hoher Rat benötigt, wobei man sich da auch nicht beim Römischen Statthalter rechtfertigen und verteidigen durfte. Dass Judas nun der enormen geistseelischen Belastung seiner Mission nicht standgehalten hat, und daran zugrunde gegangen ist, das spricht nicht etwa gegen sondern für ihn. So geht es bekanntlich entlohnten und sich selbst überlassenen Verrätern regelmäßig sehr gut, es sei denn, ihr Verrat erfolgte auf zu befolgenden Geheiß unter Ausschaltung des eigenen Willens und dazugehöriger Überzeugung. Letztlich hatte also Judas unausweichlich ohne Wenn und Aber den Willen von Sohn und Vater auszuführen, auch zum hohen Preis des eigenen Zerbrechens.
Fazit:
Wir gehen deshalb hier davon aus, dass sehr wahrscheinlich Judas im ewigen Reich des Herrn die ihm unter all den Jüngern Jesu gebührende Sonderstellung einnehmen wird. Denn man muss sich nur einmal den unter den Evangelisten kompetentesten Text genau ansehen, um sogleich zu erkennen, was Wahrheit und Sache ist:
Joh 13,26 Jesus antwortete: Der ist's, dem ich den Bissen eintauchen und geben werde. Und er taucht den Bissen ein und gibt ihn dem Judas, Simons Sohn, dem Ischariot. Joh 13,27 Und nach dem Bissen, da fuhr der Satan in ihn. Da spricht Jesus zu ihm: Was du tun willst, das tue bald! Joh 13,30 Da nun jener den Bissen genommen hatte, ging er alsbald hinaus. Es war aber Nacht.
Aus dem Text ergibt sich sehr deutlich, dass vor dem gereichten Bissen der Satan noch nicht in Judas wirksam war, und Judas auch noch keinen Auslieferungswillen hatte. Indem Jesus aktiv den Bissen an Judas reicht, wird Judas von Jesus willentlich sozusagen dem Satan preisgegeben, der damit bei Judas quasi die Regie übernimmt, weil der von sich aus zu solcher Tat gar nicht fähig gewesen wäre. Das steht in bester Übereinstimmung mit dem suizidalen Ende des Judas, der nach seiner Tat wohl wieder zu Sinnen gekommen, alsdann in totaler Verzweiflung zwingend in den psychischen Abgrund stürzen musste. Aus moderner psychologischer Sicht ist das Verhalten sowohl von Jesus als auch von Judas absolut verständlich und nachvollziehbar. Wäre die Durchsetzung von des Vaters Willen - für eine schlussendliche Erlösung von Welt und Mensch in seiner paradiesischen Ewigkeitswelt - anders möglich gewesen, wir dürfen sicher sein, so hätten Jesus und Judas nicht sterben müssen.
Da trösten wir uns mit folgendem Bibelvers:
Offb 21,4 Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.
Bei der sich hier aufdrängenden Frage, weswegen die kirchliche Lehre durch die Jahrtausende hinweg nicht selbst auf das naheliegend richtige Schriftverständnis gekommen ist, muss auf den dogmatischen Kardinalfehler im Gottes- und Weltverständnis verwiesen werden. Der liegt in der Favorisierung des dualistischen Prinzips, wonach z.B. Gott und Welt zwei voneinander grundverschiedene Dinge sein müssen. Eine derartige - aus Vernunftgründen unsinnige - Sichtweise lässt nicht zu, dass der Herr das Universum in Person ist. Nimmt man aber den im Johannesevangelium anklingenden und im Thomastext klartextlich dargelegten All-Anspruch Jesu ernst, dann ergibt sich mit Jesus als das All in Person ein grundlegend anderer Sinnzusammenhang der Mission Jesu. Dann geht es mit Jesus Christus und seinem neutestamentlich neuen geistlichen Bund primär um die Selbstvollendung von Gott und Welt, und nicht um eine alttestamentlich den alten fleischlichen Bund betreffende Sündenerlösung.
Das hat die Johannes-Offenbarung ebenfalls so gesehen, welche auf die Selbstvollendung der Welt durch den Herrn abhebt. Denn König "werden" kann ja der Herr und Menschenvater nur dann, wenn er als der zentrale Mensch den durch die raumzeitliche Dimensionalität gegebenen Unterschied von Mensch und All mit der Deckungsgleichheit von Gott und All vollständig bei sich selbst egalisiert bzw. ausgeglichen hat. Dann sind Gott, die Welt und die Menschheit zu einer komplexen in sich deckungsgleichen Einheit vollendet, und die Wirklichkeit des Seins kann sich und wird aus dem Wesen der satanischen Zeitwelt in das Wesen der göttlichen Ewigkeitswelt umkehren.
Offb 19,6 Und ich hörte wie die Stimme einer großen Menge und wie das Rauschen vieler Wasser und wie die Stimme starker Donner, die sprachen: Halleluja! Denn der Herr, unser Gott, der Allmächtige, ist König geworden!
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I. Internet-Links
Gottes Weltformel Stephen Hawking Thomasevangelium
Der Gottesbeweis Weltformel-Pro- Judasevangelium
Gott der Herr Der Urimpuls Jesusinterviews
Gottes Elite Kosmologen Nag Hammadi
Apostel Paulus Der Urknall Agnus Dei
Die Bergpredigt Max Planck Biblium
Hiobs Rebellion Der Geist Die Seele
Täufer Johannes Die Welt Der Satan
Zeit und Ewigkeit Das Wort Die Religion
Auferstehung Jesu Die Liebe Reinkarnation
Ontologie im Zenit Die Energie 8 in 1 - Essays
Mystik und Gnosis Das Wunder Das Aramäisch
Evangelienabgleich Himmelfahrt Leben und Tod
Maria von Nazareth Die Allmacht Die Apokalypse
Thesen der Wahrheit Die Evolution Gebet des Herrn
Universum in Person Über die Kritik Weltgrundlegung
Dogma Jesus Christus Weltuntergang Der ganze Mensch
Anfang und Ende
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